Erstellt: 27.09.2017

Aktuelle Liste des Landesamts für Denkmalschutz Schleswig-Holstein vom 21. August 2017.

Eine Auflistung der Sachgesamtheiten, baulichen Anlagen und Gründenkmale sämtlicher Gemeinden im Herzogtum-Lauenburg von A wie Aumühle bis Z wie Ziethen, die dem Denkmalschutz unterliegen finden Sie hier:


Einige Fotos die belegen, wie es um den

Denkmalschutz bestellt ist


Die Maria-Magdalenen-Kirche in Berkenthin, uns allen nur als "Schmuckkästchen" bekannt, ist es offensichlich nicht wert, geschützt zu werden. Richtlinien für Sichtachsen...(?) gelten hier wohl nicht!


Gut Bliestorf. Dadurch, dass zwei WKA "nur" 150 m hoch sind, im Gegensatz zu 175 m der übrigen WKA, meint man, dem Denkmalschutz gerecht geworden zu sein.


Siebenbäumen. Das Bild spricht für sich

Link zur Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein, herausgegeben durch das Landesamt für Denkmalpflege

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LD/Kulturdenkmale/ListeKulturdenkmale/_documents/ListeKulturdenkmale.html 


Das Kreuz mit dem Denkmalschutz

Auf der Kieler Veranstaltung vom 12.01.2016 wurde von der Landesregierung gesagt, dass diese an einer Einordnung der charakteristischen Landschaftsräume arbeitet, will heißen, die Landesregierung wird darin festsetzen, was für sie zeitgemäß charakteristisch ist. Wenn sie das veröffentlicht haben, werden sie diese Einordnung als Grundlage nehmen. Was dann zeitgemäß im Sinne der Landesregierung bedeutet, können wir uns vorstellen. Dann werden die vorhandenen Windparks in Dithmarschen wahrscheinlich als landschaftlich charakteristisch eingestuft, weil diese die Kulturlandschaft mittlerweile prägen. Hinzu kommt die Aussage der Landesregierung, dass sich Natur- und Denkmalschutz den ehrgeizigen Zielen für den Windkraftausbau unterordnen müssen.

Das Landesamt für Denkmalpflege in Kiel hat Probleme dadurch, dass ihm die genauen Standorte für WKA nicht mitgeteilt werden. Es wird vom LLUR auf die möglichen Flächen angesprochen und kann dann nur sehr vage Pauschalprüfungen machen (Kiel kennt ja die genaue Umgebung nicht). Hier gibt es echte Probleme, da ja auch die unterschiedliche Topographie die Standorte prägt. Pauschalregelungen darf es eigentlich nicht geben, verlautet es aus der Behörde. Sie kann anhand ihrer Denkmallisten nicht einmal erkennen, ob das betreffende Denkmal eine besondere Fernwirkung hat, also keine Aussagen über Sichtachsen treffen.
Es kommen in letzter Zeit vermehrt Anfragen von Betreibern bezüglich möglicher Denkmäler in deren möglichen Planungsräumen. Auf den Hinweis auf prophylaktische Vogelgutachten angesprochen, die in unserem Bereich erstellt wurden, vermutet die Behörde, dass das Gleiche mit den Denkmälern passiert.
Wichtig ist auch, dass Denkmalschutz und Naturschutz nicht kooperieren, obwohl sie ähnliche Probleme haben. Es wird teilweise konträr gearbeitet, z.B. Bliestorf/Kastorf: Dort forderte die Denkmalpflege niedrigere Anlagen, wegen der Sichtachsen, die Naturschutzbehörde fordert explizit höhere Anlagen wegen seltener Bodenbrüter.
Grundsätzlich ist das Hauptproblem, dass es keine Aufstellung gibt, anhand derer die individuellen Landschaftsprägungen der unterschiedlichen Landesteile erfasst werden können. Es kann also auch keine "neutrale" Bewertung der Landschaft erfolgen.
Es gibt die weit verbreitete Illusion, dass es als Gesetzessäule Denkmalschutz und Naturschutz gibt, die über der Politik stehen, aber der Zahn ist gezogen. Aus dem Landesamt für Denkmalpflege kommt die Aussage, dass die Politik die Räder dreht. Sie wollen jetzt sogar an die Mindestabstände für Außenbereichssiedlungen heran (Anlagen mit 300 Metern Abstand zur Einzelbebauung).
Die Denkmalschutzbehörde versucht jetzt (wahrscheinlich aussichtslos) Bereiche wie z.B. zusammenhängende Güter mit dazugehörigen Häusern aus der Regelung für den Außenbereich ausgliedern zu können, um zumindest den gleichen Abstand wie zu zusammenhängenden Siedlungen von 800 Metern durchzubekommen. Es herrscht Einigkeit darüber, dass hier nur eine Kooperation funktioniert, weil viele Behörden beteiligt sind.
Das Landesamt für Denkmalpflege kämpft z.Zt. an einigen Fronten. Ein Beispiel ist der Meldorfer Dom, der eigentlich in den Sichtachsen freizuhalten ist und einer Errichtung von WKA im Wege steht. Die Behörde will jedoch massiv einschreiten. Sie arbeitet jetzt an einer Katalogisierung der Sichtachsen, um die Fernwirkung analysieren zu können und damit Aussagen über die freizuhaltende Umgebung treffen zu können. Es muss bewiesen werden, warum es wichtig ist, diesen Ausblick zu schützen.

In unserer direkten Umgebung gibt es viele schützenswerte Baudenkmäler. Es ist also sehr wichtig, dass wir die Behörde informieren, welche Vorhaben den Denkmalschutz gefährden.       WT